Die Falschinformation des Dr. Christian Fiala,

 dass Abtreibung keine Auswirkung auf die Fruchtbarkeit der Frau hat

(Zur weiteren Falschinformation, dass die Spirale nicht nidationshemmend ist, hier klicken)


   Im Informationsprospekt des Gyn-med-Ambulatoriums Wien, der auch in den Familienberatungsstellen aufliegt sowie in einem ähnlichen Folder des Gyn-med-Abulatoriums Salzburg werden Frauen falsch informiert. Es heißt hier (siehe auch nachfolgende Dokumentation):

"Ein komplikationsloser Schwangerschaftsabbruch hinterläßt keine Spuren, hat keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit und ist später von niemandem mehr festzustellen"

    Demgegenüber hält die "Dokumentierte Patientenaufklärung" (proCompliance Verlag 2001, Autorin: Prof. Dr. med. habil. E. Merkle) folgende Basisinformation zum Aufklärungsgespräch für den Operativen Schwangerschaftsabbruch im Abschnitt "Ist mit Spätfolgen zu rechnen?"auf S. 3 fest:

"Ist mit Spätfolgen zu rechnen?

   Spätfolgen treten bei wiederholten Schwangerschaftsabbrüchen häufiger auf.

·  Bei späteren Schwangerschaften (hier kursiv, im Original Fettdruck!) ist mit einer Neigung zu Fehl-    und Frühgeburten zu rechnen. Auch sonstige Komplikationen im Schwangerschafts- und                    Geburtsverlauf (Unterstreichungen wie im Original!) können vermehrt vorkommen ."

   Hier wird also ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Spätfolgen auftreten, die bei wiederholten Schwangerschaftsabbrüchen "häufiger" auftreten, somit auch bei einmaligem Schwangerwschaftsabbruch vorkommen. Danach  wird noch präzisiert, um welche Art von Spätfolgen es sich handelt, nämlich dass "bei späteren Schwangerschaften mit einer Neigung zu Fehl- und Frühgeburten zu rechnen" ist. Vermehrt können auch sonstige Komplikationen im Schwangerscahfts- und Geburtsverlauf vorkommen.

   Entgegen dieser klaren Feststellung von Risken wird im Gyn-med-Folder jedoch behauptet, dass ein komplikationsloser Schwangerschaftsabbruch "keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit" hat.  Dies ist jedoch eine Falschinformation, denn  auch wenn der Schwangerschaftsabbruch komplikationslos verläuft, bleiben die Spätfolge-Risken bestehen.

   Der TV-Sender 3sat meldet am am 17. 5. 2005 zu diesem Thema (in nachfolgender Dokumentation beiliegend):

"Abtreibung erhöht Risiko auf eine spätere Frühgeburt"

Die Gefahr einer Geburt vor der 33. Schwangerschaftswoche lag 40 Prozent höher

Eine Abtreibung erhöht das Frühgeburtsrisiko bei nachfolgenden Schwangerschaften. "Es gibt da ganz klar eine Verbindung", sagte die Leiterin der Untersuchung, Caroline Moreau vom Hôpital de Bicetre in Paris. die Ärzte verglichen dafür 2219 Frauen, deren Babys zu früh auf die Welt gekommen waren, mit 618 Frauen, bei denen die Schwangerschaften normal verliefen. Dabei ergab sich, dass bei Frauen, die zuvor abgetrieben hatten, das Risiko einer Geburt vor der 33.Woche um 40 Prozent höher lag.

Das Risiko einer extremen Frühgeburt - noch vor der 28. Woche - stieg sogar um 70 Prozent. "Diese Studie zeigt, dass ein ärztlich vorgenommener Schwangerschaftsabbtruch zu späteren Komplikationen führen kann und möglicherweise nicht ohne Risiko ist", sagte ein Sprecher des Verbandes britischer Gynäkologen."

    Was also bereits lange bekannt und in der "Dokumentierten Patientenaufklärung" als Grundinformation festgehalten ist, wird hier in ener speziellen Studie nochmals bestätigt.  Obwohl an Gesundheitsministerin Rauch-Kallat appelliert wurde, gegen diesen Folder mit Falsch-Information einzuschreiten, geschah bis heute nichts. In einem Schreiben des Ministeriums vom 12. 12. 2005 heißt es zwar: "Wir werden uns umgehend mit Ihren (Ihrem) Fragen (Anliegen) auseinandersetzen und Ihnen ehebaldigst eine Antwort zukommen lassen." Über ein Jahr danach ist jedoch noch immer keine Antwort eingetroffen. In ähnlicher Weise folgte einer Ankündigung des Sozialministeriums vom 10. 3. 2006 keinerlei weitere Information.

    Bundeskanzler Schüssel und auch Bundespräsident Fischer antworteten nicht einmal auf mein Schreiben zu diesem Thema.  Gesundheitsstadträtin Brauner antwortete zwar, fand die Vorgangsweise des Dr. Fiala jedoch unbedenklich (siehe   Dokumentation).

   Die Ärztekammer hat laut Schreiben vom 7. 11. 2005 "die Angelegenheit an den Disziplinaranwalt der Österreichischen Ärztekammer zur Prüfung weiter geleitet" (siehe Dokumentation), bis jetzt , Jänner 2007, ohne Ergebnis. 

    Es werden somit von Dr. Fiala Falschinformationen sowohl in Wien als auch in enem ähnlichen Folder in Salzburg verbreitet, ohne dass irgendeine Behörde oder Gericht trotz Kenntnis dieses Umstandes dagegen einschreitet.

Gyn-med-Ambulatorium: Abtreibung kein Einfluss auf die Fruchtbarkeit 
3sat-Meldung: "Abtreibung erhöht Risiko auf eine spätere Frühgeburt"
Salzburger Nachrichten:  "Disziplinaranwalt prüft"
Österreichische Ärztekammer: Schreiben Dr. Brettenthaler
Schreiben des Sozialministeriums